Ansatz und Ziel des Teilprojekts „NanoScout“ ist es, mit einem Handbuch zusätzliches Unterrichtsmaterial für ein erweitertes Lehrangebot an Schulen bereitzustellen und Schülerinnen und Schüler damit gleichzeitig für eine berufliche Laufbahn in der Mikroelektronik zu begeistern. Das Handbuch zeigt den Jugendlichen die Grundlagen der Halbleiterelektronik und macht sie vor allem mit der Technologie der Chipherstellung, das heißt mit der Herstellung und dem Einsatz integrierter Schaltkreise vertraut. Neben der Reise in den Nanokosmos informiert der NanoScout über die einschlägigen Berufsfelder und Berufschancen, insbesondere aus dem Cool Silicon.
Damit der NanoScout effektiv im Unterricht eingesetzt werden kann, wird auf dessen Basis zudem ein Leitfaden für Lehrer zur Verbindung des naturwissenschaftlichen Unterrichts mit Themen aus der Mikroelektronik entwickelt. Die Veröffentlichung des Handbuches in Verbindung mit dem Leitfaden für Lehrer ist für Anfang 2012 geplant.
Das Hauptanliegen des Teilprojektes „MikroTe[A]ch“ besteht darin, mehr Schülerinnen und Schüler durch den Aufbau von „Mitmachangeboten“ für die Berufswahl von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen zu begeistern und damit auch dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Zum einen soll eine Cool Silicon-Veranstaltungsreihe dazu beitragen, dass sich Schülerinnen und Schüler spielerisch mit den Themen „IKT“ und „Energieeffizienz“ auseinandersetzen, indem die Cool Silicon-Partner (auch zum Teil bereits existierende) Angebote an Schulen aufbereiten. Weiterhin besteht das Ziel, mit der Cool-AG eine Arbeitsgemeinschaft aufzubauen, die sich mit Themen aus dem Cool Silicon, wie unter anderem mit Energieeffizienz, Informationstechnik, Kommunikationstechnik oder der autarken Sensorik, beschäftigt. Aufbauend auf den beschriebenen Schritten, arbeitet das Spitzencluster schließlich auch an einem Konzept für außerschulische Lernangebote bzw. Projekte.
Ebenfalls im Sinne der Nachwuchsgewinnung und –förderung will Cool Silicon Schülerinnen und Schüler in ihrer Berufs- und Studienorientierung gezielt unterstützen. Dafür werden Mentoring-Patenschaften zu Studierenden der TU Dresden aufgebaut, deren Schwerpunkt es sein wird, auf persönlicher Basis Wissen zu vermitteln sowie über persönliche Fähigkeiten und Kompetenzen aufzuklären, die neben dem fachlichen Können für einen Einstieg ins Studium relevant sind. Aktuell stehen hier zum einen die Gewinnung und Schulung von studentischen Mentoren sowie zum anderen die Gewinnung von Schülern als Mentees im Fokus der Arbeit.
Einen ersten Meilenstein erreichte das Spitzencluster Cool Silicon im Oktober 2011: Im Wintersemester 2011/12 begrüßte die TU Dresden den ersten Jahrgang des neuen englischsprachigen Masterstudiengangs „Nanoelectronic Systems“ – initiiert von Cool Silicon. Innerhalb von 4 Semestern setzen sich die Studierenden schwerpunktmäßig mit der Herstellung, dem Entwurf sowie den Anwendungen nanoelektronischer Systeme auseinander – immer mit besonderem Fokus auf Energie- und Ressourceneffizienz und praktischer Arbeit. Da nur rund 40 Prozent der Inhalte des Studiengangs aus existierenden Vorlesungen bedient werden konnte, wurde der größte Teil von den Cool Silicon-Partnern neu entwickelt bzw. durch erhebliche Modifikationen vorhandener Angebote ergänzt. An der Umsetzung sind rund 25 Professoren und Dozenten aus den Fakultäten Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Maschinenwesen, Mathematik und Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie dem Lehrzentrum Sprachen und Kulturen beteiligt. Mit dem neuen Masterstudiengang gilt es, die Cool Silicon-Vision einer energieeffizienteren Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche praktisch umzusetzen. Das bedeutet, dass vor allem Forschungsarbeit im Mittelpunkt des Studiums steht. Für internationale Teilnehmer des Masterprogramms wird insbesondere das Modul „German Language and Culture“ angeboten. Dabei lernen die internationalen Studenten die deutsche Sprache sowie viel Wissenswertes über die deutsche Kultur, insbesondere auch über Sachsen und die Region Dresden. Dies bildet eine wichtige Basis dafür, dass die Absolventen auch langfristig vom Leben und Arbeiten im Silicon Saxony überzeugt werden.
“Der Start dieses Masterprogramms ist ein wichtiger Schritt für den nachhaltigen Erfolg des Cool Silicon Spitzenclusters: Wir bilden in Dresden hochqualifizierte internationale Fachkräfte in einer Zukunftstechnologie aus und liefern damit ein weiteres Argument für den Spitzenforschungsstandort Sachsen.”, erklärt Prof. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität Dresden.