Das Cluster

Ziel des Spitzencluster Cool Silicon ist es, die technologischen Grundlagen zu schaffen, um die Energieeffizienz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) massiv zu steigern.

Motivation

Innovationen der Mikro- und Nanoelektronik bilden die Grundlage der modernen IKT. Sie sind damit Motor des ökonomischen Fortschritts sowohl führender Industrienationen als auch ehemaliger Schwellenländer wie Taiwan und Korea.

Durch kluge Ansiedlungspolitik hat sich das “Silicon Saxony” in den letzten Jahren zum führenden Mikroelektronikstandort in Europa entwickelt, der als einziger Cluster mit der Konkurrenz aus Asien Schritt halten kann. Die Mikroelektronik/IKT beschäftigt in und um Dresden ca. 48.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von fast zehn Milliarden Euro.

Mit ihrer strategischen Bedeutung für das Wirtschaftswachstum bildet die IKT den dominanten Wachstumsmarkt für die Mikro- und Nanoelektronik. Als Technologietreiber und Volumenmarkt definiert sie die Anforderungen, an denen Entwicklung und Produktion ausgerichtet werden müssen. Doch bleibt das stetige Wachstum in diesem Bereich nicht ohne Folgen: der Einsatz von IKT-Systemen verursacht mittlerweile 2% der weltweiten CO2- Emissionen – ein Viertel des gesamten Pkw-Verkehrs. Die Energiekosten für den Betrieb der IKT-Infrastruktur sind zu einem bedeutsamen ökonomischen Faktor geworden.

Die dringlichste Herausforderung auf dem Gebiet der Mikro- und Nanoelektronik besteht daher in einer massiven Steigerung der Energieeffizienz, insbesondere für die Schlüsselbranche IKT. Substanzielle Fortschritte auf diesem Gebiet können nur durch Schlüsselinnovationen und neue Systemansätze erreicht werden, die auf der Kombination von exzellenter wissenschaftlicher Forschung, marktnaher Entwicklung und weltweit führendem Knowhow der Fertigungsprozesse basieren.

Noch hat sich auf dem Themenfeld Energieeffizienz der IKT weltweit kein dominantes Cluster gebildet. Die Partner der hier vorgestellten Spitzencluster-Strategie haben aber bei einzelnen Produkten bereits einen Wettbewerbsvorsprung erzielt. Aus dieser Position der Stärke heraus möchte Cool Silicon die Chance ergreifen, die die Schlüsseltechnologie Energieeffizienz der Elektronik für die Region, für Deutschland und für Europa zu entwickeln und langfristig zu sichern.

Technologie

Die Kernkompetenzen am Standort “Silicon Saxony” liegen im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik sowie den Branchen, in denen diese maßgeblich Anwendung findet. Als Schlüsselbranche ist dabei die moderne IKT zu sehen. Parallel zur Mikroelektronik haben sich daher in der Region umfangreiche Kompetenzen für zwei Hauptanwendungen der IKT etabliert: Breitband-Funksysteme und vernetzte Sensorik. Das Produktspektrum der Partner im Cluster reicht damit von Prozessoren über Grafikchips, Speicher, Controller, Sensoren und Mobilfunkchips bis hin zu Analog- und Mixed-Signal-Produkten.

Diese umfangreichen Kompetenzen werden im Rahmen des Clusters “Cool Silicon” genutzt, um im Bereich Computing, Mobilfunk, und vernetzter Sensorik energieeffiziente Lösungen zu entwickeln – bis hin zu energieautarken Systemen. Schlüssel zum Erfolg ist dabei einerseits der intensive Wissensaustausch zwischen Partnern, die auf verschiedenen Themengebieten arbeiten, als auch der Wissenstransfer von der universitären Forschung in die Industrie.

Einführung: Spitzencluster “Cool Silicon”

Clustermanagement

Clustervollversammlung (Clusterpartner)

Prof. Thomas Mikolajick

Prof. Thomas Mikolajick

Prof. Thomas Mikolajick folgte Prof. Gerhard Fettweis 2010 als Koordinator des Spitzenclusters Cool Silicon. Er hat seit 2009 eine Professur für Nanoelektronische Materialien an der Technischen Universität Dresden inne und ist gleichzeitig wissenschaftlicher Geschäftsführer der NaMLab GmbH (Nanoelectronic Materials Laboratory, einer 100-prozentigen Tochter der TU Dresden).
Vor seiner Tätigkeit in Dresden war er unter anderem in unterschiedlichen Stationen an der Friedrich-Alexander Universität und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie in Erlangen sowie in verschiedenen Leitungspositionen bei Siemens, Infineon und Qimonda in München und Dresden tätig. Von 2006 bis 2009 war Thomas Mikolajick Professor für Elektronik- und Sensormaterialien an der TU Bergakademie Freiberg.

Helmut Warnecke

Helmut Warnecke

Helmut Warnecke ist seit 2006 Geschäftsführer der Infineon Technologies Dresden GmbH.
Gleichzeitig engagiert er sich seit 2009 als Vorstandsmitglied im Spitzencluster Cool Silicon sowie im Vorstand von „Silicon Saxony“ – dem IKT-Branchenverband in Sachsen.
Seit 1984 war Helmut Warnecke in mehreren Controllingfunktionen im Bereich Halbleiter der Siemens AG in München beschäftigt, bevor er 1994 zum Siemens Microelectronics Center in Dresden übertrat (seit 1999 Infineon Technologies Dresden). Dort baute er bis 2001 die Rechnungswesen- und Controlling-Strukturen auf und übernahm die Leitung der Logistik- und Planungsfunktion. Zudem hatte Helmut Warnecke von 2002 bis 2005 die Kaufmännische Leitung der weltweiten „Front End“-Produktion Infineon in München inne.

Thomas Reppe

Thomas Reppe

Thomas Reppe führt seit 2008 die Geschäfte der Silicon Saxony Management GmbH. Im Spitzencluster Cool Silicon ist er für die administrative Verwaltung verantwortlich.
Nach seiner Ausbildung zum Elektronikfacharbeiter mit Abitur studierte der gebürtige Berliner Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Dresden mit den Schwerpunkten Unternehmensführung, Marketing und Innovationsmanagement. Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann war Thomas Reppe in zwei Dresdner Technologiefirmen als kaufmännischer Leiter tätig. In dieser Funktion ergänzte er seit 2001 das Management der KSW Microtec AG und wurde im Jahr 2004 zum Alleinvorstand CEO der Gesellschaft berufen. In den Folgejahren baute er die KSW Microtec AG als AVT Spezialist zum Marktführer in der dynamischen RFID-Industrie aus. In Ergänzung dieser Tätigkeiten erwarb Thomas Reppe umfangreiche Erfahrungen in seiner Beratertätigkeit für verschiedene Technologieunternehmen.

Dr. Sabine Kolodinski

Dr. Sabine Kolodinski

Dr. Sabine Kolodinski übernahm im September 2011 die Position als Princ. Proj./Progr. Management Specialist bei GLOBALFOUNDRIES Dresden Module One LLC & Co. KG. Nach dem Studium der Physik an der TU Braunschweig (1990) promovierte sie 1993 an der Universität Stuttgart. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung zu Quantenausbeuten jenseits der 100% an hocheffizienten Siliziumsolarzellen gaben einen neuen Anstoß für Forschungsaktivitäten in der Photovoltaikgemeinde, nach Effekten zu suchen, die das Shockley-Queisser-Limit für Solarzellen überschreiten können. Heute werden diese Themen unter dem Stichwort Solarzellen der dritten Generation behandelt. Vor ihrer Tätigkeit bei GLOBALFOUNDRIES Dresden war sie in unterschiedlichen Stationen der Halbleiterindustrie in Dresden tätig (Siemens, Infineon Technologies und Qimonda), darunter über 10 Jahre als Spezialistin für öffentlich geförderte Projekte.

Prof. Frank Ellinger

Prof. Frank Ellinger

Prof. Frank Ellinger ist seit August 2006 Professor und Leiter des Lehrstuhls für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie an der Technischen Universität Dresden.
Er habilitierte an der ETH Zürich. Dort war er im Zeitraum von 2001 bis 2006 Leiter der Arbeitsgruppe für Hochfrequenzschaltungen am Elektroniklabor und Projektleiter des “IBM/ETH Competence Center for Advanced Silicon Electronics” bei der Forschungsabteilung von IBM in Rüschlikon. Sein Interessenschwerpunkt liegt im Bereich des Entwurfs von sehr schnellen Schaltungen für die drahtlose und optische Kommunikationstechnik. Frank Ellinger hat langjährige Erfahrungen in der Entwicklung und Optimierung von High-End Audiosystemen und für seine Arbeit bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den IEEE MTT-S Outstanding Young Engineer Award, die ETH Medaille, zweimal den Rohde&Schwarz/Agilent/Gerotron EEEfCOM Innovationspreis sowie einen Preis von der ETH für seine Doktorarbeit.

Dr. Dieter Hentschel

Dr. Dieter Hentschel

Dr. Dieter Hentschel ist seit 2004 Leiter des Geschäftsfeldes Luft- und Raumfahrt im Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) in Dresden.
Von 1992 bis 2003 hatte der promovierte Ingenieur verschiedene leitende Positionen am Standort Dresden des IZFP inne: Zunächst war er bis 1999 Leiter der Gruppe „Technische Entwicklungen“ und anschließend war er bis 2003 als Leiter der Abteilung Mikrointegrierte Prüftechnik tätig. Dr. Dieter Hentschel arbeitete von 1974 bis 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentralinstitut für Kernforschung Rossendorf. Er promovierte 1986 an der Technischen Hochschule in Ilmenau auf dem Gebiet der Gerätetechnik.

Beirat
Helma Orosz

Helma Orosz

Helma Orosz wurde 2008 zur Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden gewählt. In dieser Funktion ist sie gleichzeitig Vorsitzende des Stadtrates und Leiterin der Stadtverwaltung. Zuvor war die gebürtige Görlitzerin von 2003 bis 2008 als Sächsische Staatsministerin für Soziales tätig. Sie ist Mitglied im Beirat des Spitzenclusters Cool Silicon.
Vor ihrer politischen Karriere leitete Helma Orosz verschiedene sächsische Kindereinrichtungen. 1990 übernahm sie die Position als Gesundheits- und Sozialdezernentin im Landratsamt Weißwasser und wechselte in gleicher Funktion 1994 zum Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Im Jahr 2001 wurde die studierte Verwaltungsbetriebswirtin zur Oberbürgermeisterin der Stadt Weißwasser gewählt, bis sie 2003 nach Dresden kam.

Arturo Krüger

Arturo Krüger

Arturo Krüger ist seit 2005 Direktor des Halbleiterunternehmens QuickLogic Corporation in Sunnyvale, Kalifornien sowie seit 2009 Direktor von Marvell Italia S.r.L., einer Tochtergesellschaft der amerikanischen Marvell Technology Group. Er blickt auf mehr als 40 Jahre Erfahrungen in der internationalen Halbleiterindustrie zurück, insbesondere im Bereich der komplexen mikroelektronischen Systeme, deren Design und Entwicklung und im internationalen Marketing. Außerdem wirkt Arturo Krüger seit seiner Pensionierung im Jahr 2001 als Berater für Automobilhersteller sowie Unternehmen aus der Halbleiterbranche und ist Mitglied in verschiedenen Beiräten, so auch im Beirat von Cool Silicon. Vor seiner Pensionierung war Arturo Krüger seit 1996 bei der Firma Motorola als „Systems Engineer“ tätig und fungierte zuletzt als Corporate Vice President und General Manager bei Motorola im Bereich der Halbleiterprodukte für die Märkte Europa, Mittlerer Osten und Afrika.

Jörg Geiger

Jörg Geiger

Jörg Geiger ist Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung Forschung und Technologie im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Gleichzeitig ist er Mitglied im Beirat des Spitzenclusters Cool Silicon.
Zuvor war Jörg Geiger in der Sächsischen Staatskanzlei sowie in verschiedenen Ministerien tätig, darunter von 1990 bis 2002 im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, von 1988 bis 1990 im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und 1987 im Umweltministerium Baden-Württemberg. Im Jahr 1986 arbeitete der gebürtige Tuttlinger in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Bonn und im Innenministerium Baden-Württemberg, nachdem er bis 1985 im Landratsamt Zollernalbkreis tätig war. Zudem wirkte er bis 1987 als Richter am Verwaltungsgericht Stuttgart. Von 1987 bis 1988 absolvierte er die Führungsakademie des Landes Baden-Württemberg. Sein Studium der Rechtswissenschaft beendete Jörg Geiger mit der zweiten juristischen Staatsprüfung 1982 in Stuttgart.

Dr. Thomas Kathöfer

Dr. Thomas Kathöfer

Dr. Thomas Kathöfer ist seit 1. Juli 2009 Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz. Zuvor leitete er das Präsidialamt der Technischen Universität Berlin und war von 2006 bis 2007 Gründungsgeschäftsführer der European Center for Information and Communication GmbH (EICT GmbH), einer gemeinsamen Gründung der DaimlerChrysler AG, der Deutschen Telekom AG, der Siemens AG, der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. sowie der TU Berlin.
Seit 1988 hat Thomas Kathöfer zahlreiche Lehraufträge an Bildungseinrichtungen im In- und Ausland sowie Gutachtertätigkeiten für Industrie und Gewerbe. Nachdem der promovierte Wirtschaftsingenieur von 1990 bis 1996 als Oberingenieur im Fachgebiet „Maschinenlehre“ am Institut für Energietechnik der TU Berlin arbeitete, war er dort von 1997 bis 2001 Leiter der Fakultätsverwaltung der Fakultät für Prozesswissenschaften. Im Anschluss war er von 2001 bis 2002 strategischer Controller für Struktur- und Entwicklungsplanung im Stab des Präsidenten der TU Berlin.

Prof. Hans Müller-Steinhagen

Prof. Hans Müller-Steinhagen

Prof. Hans Müller-Steinhagen ist seit August 2010 Rektor der Technischen Universität Dresden. Im Juli 2010 wurde er außerdem zum Vorsitzenden des Internationalen Beirates der Desertec Industrie Initiative (Dii) gewählt. Von 2000 bis 2010 war er Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und des Instituts für Thermodynamik und Wärmetechnik an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Wärme- und Stoffübertragung von Mehrphasen- und Mehrkomponentensystemen, Konstruktion von Wärmeüberträgern, solare Energietechnik sowie Brennstoffzellen. Prof. Hans Müller-Steinhagen studierte Maschinenbau an der Universität Karlsruhe (Diplom 1980, Promotion im Bereich Verfahrenstechnik 1984). 1999 habilitierte er zu einem Thema der Angewandten Thermodynamik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Cool Silicon Art Award