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Cooler Nachwuchs: Ministerpräsident Tillich trifft auf technikbegeisterte Nachwuchsforscher

Erfolgreiche Spitzenforschung im Silicon Saxony. Das Spitzencluster Cool Silicon geht in das fünfte Jahr seines Bestehens – und zieht eine positive Zwischenbilanz. „Seit 2009 hat sich nicht nur technologisch viel getan“, erklärt Cool Silicon-Vorstand Helmut Warnecke. In Projekten wie CoolMemory, CoolRF28 und CoolMaintenance liegen bereits erfolgreich umgesetzte Technologieentwicklungen vor: Gemeinsam mit der NaMLab gGmbH und dem Fraunhofer-Center Nanoelektronische Technologien hat Globalfoundries in „CoolMemory“ ein innovatives ferroelektrisches Speicherkonzept entwickelt, das auch auf internationaler Ebene bereits ein breites Echo hervorruft. Mit der TU Dresden hat Globalfoundries im Projekt „CoolRF28“ einen sehr schnellen energieeffizienten Analog-Digital-Konverter vorgelegt. Das Projekt „CoolMaintenance“, in dem energieautarke Sensortechnologien zur Überwachung von Leichtbaustrukturen in Verkehrsflugzeugen entwickelt wurden, steht kurz vor seiner Abschlusspräsentation beim Projektpartner Airbus in Hamburg.

„Mit dem Cool Silicon Art Award und der Ausstellung ‚Cool X’ wurde auch das Cool Silicon-Kunstprojekt und das Ausstellungsprojekt erfolgreich umgesetzt“, so Warnecke weiter. „Dabei sind wir mit unserer Arbeit noch lange nicht am Ende: Was in Cool Silicon erfolgreich begann, wird nun in weiteren Projekten sowohl regional auch auf internationaler Ebene weitergeführt. Damit fokussieren wir uns in dieser Phase besonders auf die nachhaltige Wirkung der Cool Silicon Vision.“

Leidenschaft für Mikroelektronik früh fördern
Das Hightech-Spitzencluster Cool Silicon aus dem Silicon Saxony hat sich neben seiner Forschungsarbeit an energieeffizienten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) früh der Nachwuchsarbeit verschrieben. Unter dem Dach von „CoolTeach“ brachte Cool Silicon Bildungsprojekte für verschiedene Altersgruppen auf den Weg. Das Ziel: den Nachwuchs von der Pike auf für die Technik- und Naturwissenschaften zu gewinnen. Welche Technikbegeisterung durch solche Projekte entfacht werden kann, davon überzeugte sich heute Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei seinem Besuch in der Lötpunkt AG in Dresden.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte: „Die Innovationen, die in den Projekten von Cool Silicon entstehen, schärfen das Profil Sachsens als Land der Hochtechnologie. Investitionen in die stromsparende Technik der Zukunft sind enorm wichtig. Denn wer leistungsstarke Elektronik und Software hat, hat im globalen Wettbewerb der Industrie-Nationen die Nase vorn. Die Forscher in Sachsen setzen einmalige Akzente. Der Freistaat ist heute auf dem Gebiet der stromsparenden Technik ganz vorne mit dabei. Wir wollen den Hochtechnologiestandort weiter stärken. Besonders wichtig ist dabei auch künftig die Ausbildung des Technik-Nachwuchses. Sachsen ist hier bereits sehr gut aufgestellt. Dazu leisten auch die Bildungsinitiativen von Cool Silicon einen wertvollen Beitrag.“

Bildung als wichtiger Bestandteil der Spitzenclusterarbeit
„Die Schüler- und Abiturientenzahlen und der Anteil der jungen Studenten, die sich für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium entscheiden, hängt schon lange dem Bedarf in der Mikroelektronik-Branche hinterher. Wir müssen dem Nachwuchs frühzeitig vermitteln, dass die Arbeit an der Weiterentwicklung der Technik, die zum Beispiel in jedem Handy, Notebook und MP3-Player steckt, eine spannende und faszinierende Aufgabe ist“, erklärt der Cool Silicon-Clusterkoordinator Prof. Thomas Mikolajick. Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt CoolTeach für drei Jahre mit insgesamt 193.800 Euro.

Cool Silicon begleitet von der 8. Klasse bis zum Masterabschluss
Seit 2012 haben in der „Lötpunkt AG“ zahlreiche Schüler der achten und neunten Klassen in verschiedenen Kursen Mikroelektronik spielerisch erfahren. In 100 Mentoring-Tandems profitierten Studenten und Schüler voneinander. Den von Cool Silicon initiierten Studiengang „Nanoelectronic Systems“ an der TU Dresden haben inzwischen die ersten Masterstudenten erfolgreich abgeschlossen. Der „NanoScout“, ein anschauliches Handbuch, in dem Cool Silicon jungen Leuten die Welt der Mikroelektronik erklärt, beeindruckte auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka, als ihr dieser im Sommer 2013 von Clusterkoordinator Prof. Thomas Mikolajick in Dresden übergeben wurde.

Die Lötpunkt AG: Mikroelektronik spielerisch kennenlernen
Das Versuchslabor „Lötpunkt – Das Coole Kreativlabor“ führt Schüler der achten und neunten Klasse auf spielerische Weise an die Mikroelektronik heran. In den Kursen zum Elektronikbasteln lernen sie, dass Elektronik nicht unbedingt kompliziert sein muss und können sich beweisen, indem sie elektronische Geräte selbst bauen. „Junge Menschen wollen sich ausprobieren. Hinter dem Versuchslabor steht die Idee, dass ein allgemeines Technikinteresse durch das Spiel zur Leidenschaft werden kann – und die Schüler sich dann auch ohne Scheu komplizierteren technischen Fragen zuwenden. Dass die Lötpunkt AG seit Herbst 2013 von den Technischen Sammlungen Dresden erfolgreich weitergeführt wird, bestätigt uns, dass wir hier einen Nerv getroffen haben“, freut sich Helmut Warnecke. Ebenfalls in den Technischen Sammlungen wird ab 28. Februar 2014 auch die Cool Silicon-Ausstellung „Cool X“ zu sehen sein: Hier erleben Jung und Alt die Grundlagen und Besonderheiten der Mikroelektronik anhand praxisorientierter Exponate.

Schülermentoring als Brücke zwischen Schule und Uni
Um Technikinteressierte früh für ein Studium in einem der für die Hochtechnologie wichtigen MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieurwissenschaft, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern, wurde das Schülermentoring-Programm ins Leben gerufen: Seit 2012 begleiten Studenten der Technischen Universität Dresden für sechs Monate Gymnasiasten der Klassenstufen 9 bis 12. Die studentischen Mentoren erklären den Schülern alles Wichtige rund ums Studium, zeigen ihnen das Studentenleben und beantworten Fragen zu den Studieninhalten. So erfahren die angehenden Studenten aus erster Hand, worauf es in den technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen ankommt und was das Leben auf dem Campus bietet. Nach sechs Durchgängen im Rahmen von CoolTeach wird das Mentoring nun in ein Programm der TU Dresden überführt und je zur Hälfte vom Europäischen Sozialfonds und der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiterfinanziert.

Studiengang „Nanoelectronic Systems“ bildet Spitzenfachkräfte aus
Ein besonderer Meilenstein des Cool Silicon Bildungsprojekts war der Start des Masterstudiengangs „Nanoelectronic Systems“ an der Exzellenzuniversität TU Dresden im Jahr 2011. Der auf Initiative des Spitzenclusters entstandene viersemestrige Studiengang vermittelt fundiertes theoretisches und praktisches Wissen über die Technologien zur Herstellung, das Schaltungsdesign und den Systementwurf für nanoelektronische Systeme – und fragt nach ihrer Rolle für energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnologie. Neben den fachlichen Grundlagen steht die praktische Forschungsarbeit im Mittelpunkt des Studiums. Der Südkoreaner Sanghun Lee, einer der ersten Absolventen, berichtet: „Schon im ersten Semester haben wir Roboter programmiert und mit Kohlenstoffnanoröhrchen experimentiert. Was mich am meisten begeistert hat, waren die neuen Technologien und Materialien, die wir kennengelernt haben.“ Prof. Mikolajick ergänzt: „Indem er die Bereiche Technologie, Schaltungsdesign und Systementwurf verbindet und zusätzlich einen besonderen Blick auf die Ressourceneffizienz richtet, ist der Studiengang nicht nur einzigartig sondern auch im besonderen Maße an den Anforderungen an künftige Ingenieure ausgerichtet. Deshalb ist er auch stark nachgefragt: In den ersten drei Jahren sind sowohl die Bewerber- als auch die Anfängerzahlen kontinuierlich gestiegen. Das zeigt, dass wir hier einen begehrten Zukunftsstudiengang für die Spitzenfachkräfte von morgen etabliert haben.“

NanoScout: Schülergerechte Reise durch den Kosmos der Mikroelektronik
Ein Wissenskompendium der besonderen Art ist der „NanoScout“. In dem im Frühjahr 2013 fertiggestellten Handbuch veranschaulichen hochwertige 3D-Grafiken die Faszination der Halbleiterherstellung – und machen die Technologie der Chipherstellung damit für junge Menschen plastisch erfahrbar. Auf seiner Reise durch den Nanokosmos erklärt der NanoScout die Welt der Mikro- und Nanotechnologie auf unterhaltsame und verständliche Weise. Darüber hinaus informiert er über die Berufsfelder und Berufschancen der Branche, insbesondere im Cool Silicon-Verbund. Neben dem Handbuch beinhaltet der NanoScout auch eine CD-ROM und einen Lehrerleitfaden. Im Sommer 2013 schickte Cool Silicon das neuartige Informationspaket bereits an 600 sächsische Schulen. Im April 2014 wird der NanoScout dann auf dem „Tag des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts“ des Sächsischen Bildungsinstituts und auf Cool Silicon-Informationsveranstaltungen für Lehrer vorgestellt.

„Kinder und Jugendliche sind von Natur aus neugierig. Mit Bildungsangeboten wie sie Cool Silicon erdacht und umgesetzt hat, 'füttert' man diese Neugier und fördert so die Begeisterung für Hochtechnologien und ihre komplexen Zusammenhänge. Junge Menschen, die heute 'elektrisierende' Erfolgserlebnisse in der Lötpunkt AG haben, entdecken dort eine Leidenschaft fürs Leben. Wer heute als Nachwuchsforscher noch Feuchtigkeitsanzeiger für den Blumentopf baut, entwickelt vielleicht morgen Zukunftstechnologien, die den Innovations- und Forschungsstandort Deutschland weiter voranbringen“, so Prof. Mikolajick abschließend.

Mit dem Nachwuchs- und Bildungsprojekt CoolTeach stellt sich das Spitzencluster der Herausforderung, junge Menschen für die Hochtechnologien der Zukunft zu gewinnen und das Ringen um die besten Fachkräfte schon früh für sich zu entscheiden. Damit wird Cool Silicon der Verantwortung gerecht, mit neuen Ideen und Instrumenten ein Motor für den Hightech-Region Sachsen zu sein – und dem Standort mit klugen Köpfen eine Zukunft zu sichern.