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TU Dresden: Keine zweite Förderperiode für das cfaed - geforscht wird weiter

  • Das CFAED (Center for Advancing Electronics Dresden) durfte sich bereits seit 2012 exzellent nennen.

Am 27. September 2018 hat die Exzellenzkommission die Entscheidungen über die neuen Cluster im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder verkündet. Das Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) ist ein Forschungscluster, das bereits für eine Förderperiode innerhalb der vorangegangenen Exzellenzinitiative finanziert wurde und auf viele wissenschaftliche Erfolge aus der Zeit von 2012 bis 2018 zurückschauen kann. Auch an der Stärkung der Attraktivität des Standorts für die lokale Elektronikindustrie sowie für Ansiedlungen hat cfaed entscheidend mitgewirkt. Mit einem neu justierten Forschungsprogramm war das cfaed nun angetreten, in einer zweiten Förderperiode auf diesen Ergebnissen aufzubauen und viele der gelegten Spuren weiterzuverfolgen, zu weiteren Durchbrüchen zu führen und mit den neu ins Programm aufgenommenen Forschungsfeldern zu verknüpfen. Eine weitergehende Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie wurde am 27. Oktober jedoch abgelehnt.

Mit Enttäuschung nahmen der Vorstand sowie Mitglieder des cfaed die Nachricht auf, dass das cfaed in Zukunft nicht im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert wird. Für eine Auswertung der Ursachen wird noch einige Zeit notwendig sein. Keine Zweifel ließ der Sprecher des Clusters, Prof. Gerhard Fettweis vom Vodafone Stifungslehrstuhl Mobile Nachrichtensysteme an der TU Dresden, jedoch an der Leistungsfähigkeit und am Teamgeist der Mitglieder des cfaed. "Neben allen Mitgliedern des Clusters möchte ich aber auch all denjenigen außerhalb des Clusters danken, die immer an uns geglaubt und in ihren jeweiligen Funktionen unterstützt haben, seien es Verwaltung und Leitung der TU Dresden, die Stadt Dresden, die lokal ansässige Industrie oder der Freistaat Sachsen", so Prof. Gerhard Fettweis.

Der Vorstand des Clusters verkündete, dass mit der abschlägigen Entscheidung aus Bonn nicht das Ende des cfaed gekommen ist. Bereits im Vorfeld hatten sich die Clustermitglieder gemeinsam darauf verständigt, die unterschiedlichen Themen des cfaed auch ohne eine Exzellenzcluster-Förderung voranbringen zu wollen. Dieser Entscheidung liegt vor allem der Gedanke zugrunde, das Erreichte der vergangenen Jahre als Grundlage für eine Neuorientierung und weitere Fokussierung der Elektronikforschung am Standort Dresden zu nutzen.

Das kohärente und beispiellose Forschungsprogramm des Clusters mit einem Fokus auf die gesamte Kette der Informationsverarbeitung vom einzelnen neuen Material bis hin zum kompletten neuartigen System stellt einen Ansatz dar, der die Wertschöpfungskette am Standort Dresden unverzichtbar vervollständigt. Die weitere Unterstützung der ansässigen HighTech-Wirtschaft erscheint in der Einschätzung der Clusterleitung wichtiger denn je. Möglich wird dies durch das über die Jahre aufgebaute Forschungsteam von weltweit anerkannten Wissenschaftlern, die in ihren einzelnen Fachbereichen Maßstäbe gesetzt haben. Sie vereint die Neugier auf die fortgesetzte enge Zusammenarbeit von Natur- und Ingenieurwissenschaften. Dieser einzigartige Geist wissenschaftlicher Zusammenarbeit soll am Standort weiterhin erhalten werden. Alternative Förderformate werden nun diskutiert.

Dazu Prof. Gerhard Fettweis: "Die Elektronikforschung und Industrie im Dresdner Umfeld, als auch für Deutschland insgesamt braucht die Grundlagenforschung des cfaed. Wir nehmen es als eine große Verantwortung wahr, eine internationale Speerspitze auf diesem Gebiet für Europa zu sein. Auf Basis der seit 2012 erbrachten Forschungserkenntnisse haben wir unser Forschungsprogramm neu aufgestellt und widmen uns weiterhin hochattraktiven Themen."

Aufgrund der Grundfinanzierung, die von der TU Dresden und dem Freistaat Sachsen geleistet wird, können die im Rahmen der ersten Förderphase etablierten Professuren und die positiv evaluierten Nachwuchsforschergruppen sowie das Dresden Center for Nanoanalysis (DCN) ihre hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten weiterführen. Mit der Entscheidung zu einer Fortführung des cfaed sollen auch Stärken ausgespielt werden, an denen langfristig gearbeitet wurde. Im August 2018 wurde der Neubau für das cfaed an die TU Dresden übergeben. Erstmals kann nun ein großer Teil der am Cluster beteiligten Wissenschaftler auch in räumlicher Nähe zueinander arbeiten und forschen. Die Positionierung des Neubaus in direkter Nachbarschaft zum Andreas-Pfitzmann-Bau (Informatik), zum Hermann-Krone-Bau (Physik) sowie den Institutsgebäuden an der Mommsenstraße (Elektrotechnik und Chemie) schafft eine direkte Nähe von Fachrichtungen, die im cfaed eine maßgebliche Rolle spielen. Technisches Herzstück und zugleich bautechnisch anspruchsvollster Teil waren die Mikroskopieräume für das Dresden Center for Nanoanalysis (DCN). Es entstand eine Infrastruktur auf dem modernsten Stand der Technik, die es dem DCN ermöglicht, die Forschungsvorhaben des cfaed, aber auch externer Nutzer durch die Bereitstellung neuester nanoanalytischer Methoden zu unterstützen.

Über die genaue Ausrichtung und die avisierten Finanzierungsmodelle für eine fortgesetzte Forschungsarbeit außerhalb der Exzellenzstrategie wird der Cluster zu gegebener Zeit informieren.

Weiterführende Links

www.cfaed.tu-dresden.de
www.tu-dresden.de

 


Bildquelle: cfaed / Jürgen Lösel