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Fraunhofer: Gründung eines Fonds für Technologietransfer in Deutschland

  • Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Pier Luigi Gilibert, geschäftsführender Direktor des EIF und Joachim Menze, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München (v.l.n.r.), bei der Gründung des Fraunhofer Tech Transfer Fund.

Der Europäische Investitionsfonds (EIF) und die Fraunhofer-Gesellschaft werden im Rahmen des InnovFin-Programms der Europäischen Kommission gemeinsam den Fraunhofer Tech Transfer Fund mit einem Gesamtvolumen von 60 Mio Euro gründen, um das geistige Eigentum der deutschlandweit 72 fachspezifischen Fraunhofer-Institute und -Forschungseinrichtungen zu vermarkten. Darüber hinaus unterstützt der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) das Vorhaben. Dieser gilt als Grundpfeiler des Investitionsplans für Europa, besser bekannt als "Juncker-Plan". Die Vereinbarung wird auch von InnovFin unterstützt, dem europäischen Programm für innovative kleine und mittlere Unternehmen. Der EIF als Experte für Fondsstrukturen und Fraunhofer als größte anwendungsorientierte Forschungseinrichtung Europas ergänzen sich hervorragend. So wollen die Partner Finanzierungslücken in der frühen Kommerzialisierungsphase schließen und deutschland- und europaweit für mehr Hightech-Start-ups sorgen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist fester Bestandteil der deutschen Innovationslandschaft und gilt als Europas größte Organisation für angewandte Forschung vielen Instituten mit gleichem Schwerpunkt als Vorbild. Mit der Vereinbarung unterstützt der EIF erstmals den Technologietransfer aus einer öffentlichen Forschungseinrichtung in Deutschland. Die dafür neu gegründete Fraunhofer Technologie Transfer Fonds GmbH wird exklusiv Ausgründungen und Lizenzmodelle der Fraunhofer-Institute in frühen Innovationsphasen aufgreifen und finanzieren. Gleichzeitig soll sie Anreize schaffen, den Schritt von der Wissenschaft in die Anwendung zu gehen. Die erforderlichen Instrumente für die Folgephasen wie der High-Tech-Gründerfonds bestehen bereits.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, sagte: "Technologietransfer ist von größter Bedeutung, wenn wir Europa im Innovationsbereich weiter an der Spitze halten wollen. Der neue Technologietransferfonds wird deutschen Forschern helfen, die Ergebnisse ihrer Arbeit in den Markt einzuführen und die deutsche Industrie noch innovativer und wettbewerbsfähiger zu machen. Dies ist ein weiteres Beispiel für den Mehrwert des Juncker-Plans im Land."

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betonte: "Ausgründungen sind ein integraler Bestandteil der Verwertungsaktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft. Sie sind eine wichtige und vor allem effektive Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft und ein direkter Katalysator für den Innovationstransfer. Für den Innovationsstandort Deutschland ist es daher von zentraler Bedeutung, die Förderung von Ausgründungen aus der Wissenschaft auszubauen und nachhaltig zu verstetigen. Mit der Gründung der Fraunhofer Technologie Transfer Fonds GmbH unterstützen wir junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Forschungswelt in einer kritischen Phase und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Übertragung neuer Technologien aus dem Labor in die wirtschaftliche Wertschöpfung."

Pier Luigi Gilibert, geschäftsführender Direktor des EIF erklärte: "Wir freuen uns sehr, Deutschlands ersten Technologietransferfonds gemeinsam mit Fraunhofer als Europas größtem Institut für angewandte Forschung ins Leben zu rufen. In Deutschland mangelt es nach wie vor an solchen Fonds insbesondere für Investitionen in kapitalintensive Bereiche beispielsweise mit modernen Werkstoffen oder die Fertigungsdigitalisierung, für die sich private Investoren kaum interessieren. Hier bringen sich die EU-Ressourcen ein, sodass derartige Instrumente ausreichendes Gewicht erlangen und gleichzeitig den deutschen Technologietransfer- und Risikokapitalmarkt unterstützen."

Umfassende Ausgründungsstrategie

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl an Ausgründungen zu steigern und eine nachhaltige Beteiligungsstrategie zu etablieren. Der Fonds unterteilt sich in verschiedene Maßnahmen, die zur Start-up-Strategie des Forschungsinstituts gehören. Dazu zählt auch das neue Finanzierungsprogramm "AHEAD".

Der Fraunhofer Tech Transfer Fund erhält im Rahmen von Horizont 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, Gelder aus dem Eigenkapitalinstrument für Frühphasenfinanzierung "InnovFin Equity". Darüber hinaus profitiert der Fonds unter anderem von dem ERP-EIF-Dachfonds, einem gemeinsamen Instrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der EIF-Initiative zur Unterstützung der Finanzierung von KMU und Start-ups in Deutschland.

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www.fraunhofer.de

Foto: Marc Mueller/dedinag/Fraunhofer